Krankenhaus Eisenstadt feiert 250 jähriges Jubiläum
Rund 680 Gäste, darunter Vertreter des Ordens der Barmherzigen Brüder aus der ganzen Welt, kamen gestern nach Eisenstadt, um das erste Vierteljahrtausend des Konventes und des Krankenhauses zu feiern. Nach einer Festmesse im Dom, die von Diözesanbischof Dr. Paul Iby zelebriert wurde, kamen die Festgäste zum Festakt im historischen Haydnsaal des Schloss Esterházy zusammen. Die Festreden hielten Landeshauptmann Niessl und Pater Generalprior, Frater Donatus Forkan OH, der oberste Ordensvertreter der Barmherzigen Brüder weltweit. In einem moderierten Gespräch kamen auch Mitarbeiter aus verschiedensten Bereichen im Krankenhaus zu Wort. Anschließend an den offiziellen Festakt folgte ein gemeinsames Festessen in einem Zelt im Schlossgarten. Das Tischgebet wurde von Diözesanbischof Dr. Paul Iby gesprochen.
Landeshauptmann Niessl erwähnte in seiner Ansprache unter anderem die gute Zusammenarbeit des Landes mit dem Haus. Pater Generalprior Donatus Forkan OH wies in seiner Festrede auf die Tradition des Ordens und die Pionierleistungen der Barmherzigen Brüder – sozial und medizinisch – hin. Nach 250 Jahren sei die Handlungsvorgabe von Johannes von Gott, dem Ordensgründer, für jeden da zu sein, immer noch tagtäglich erlebbar.
Von acht Betten zum größten Krankenhaus des Burgenlandes
Am 13. Juni 1760 übergab Fürst Paul II. Anton Esterházy das Krankenhaus, den Konvent und die Apotheke an den Orden der Barmherzigen Brüder. Was mit acht Betten für die Mitarbeiter der Fürstenfamilie Esterházy begann, wird jetzt das größte Krankenhaus des Burgenlandes. Jährlich werden im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt rund 24.500 stationäre Patienten und in etwa 72.000 ambulante Fälle behandelt. Mit rund 380 Betten, neun Fachabteilungen, dem Röntgeninstitut sowie der öffentlichen Apotheke erfüllt das Eisenstädter Stadtspital einen wichtigen Versorgungsauftrag für das Burgenland. „Gutes tun und es gut tun“ war stets die Maxime des Handelns der Barmherzigen Brüder. Und noch heute ist die Hospitalität, die besondere Gastfreundschaft, die Gründer Johannes von Gott „seinen“ Brüdern als oberstes Prinzip mit auf den Weg gegeben hat, im Haus im Herzen Eisenstadts zu spüren.
![]() |
|
v. l. n. r.: Ärztlicher Dir. Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Silberbauer, Gesamtleiter der Ordensprovinz Direktor Adolf Inzinger, Pflegedirektorin Irene E. Zach, MAS, Generalprior Frater Donatus Forkan OH, Provinzial der Österreichischen Ordensprovinz Frater Ulrich Fischer OH und Gesamtleiter Dir. Horst Jany mit dem Stiftungsbrief aus dem Jahr 1760 |
Spitzenleistungen für alle – Top im Burgenland
Das Krankenhaus deckt alle klassischen Versorgungsbereiche ab und hat in einigen Bereichen eine Vorreiterrolle in der medizinischen Versorgung des Burgenlandes eingenommen: So ist es der einzige Anbieter für invasive Kardiologie und Herzkatheter, das geburtenstärkste Spital Burgenlands und führend in der Versorgung von Frühgeburten. Als erstes Krankenhaus im Burgenland spezialisierte sich das Haus unter anderem auf interdisziplinäre Onkologie (Krebsmedizin) und führt nach wie vor die erste und einzige orthopädische Abteilung. Neben der allgemeinen Ambulanz gibt es in dieser Abteilung auch Spezialambulanzen für Schulter, Wirbelsäule, Hüfte, Hand, Knie und rekonstruktive Chirurgie. Das Haus leitet weiters die einzige HNO Abteilung des Burgenlandes und ist unter anderem auch spezialisiert auf Unfallchirurgie. In Frauenkirchen gibt es noch eine Unfallambulanz. Rund die Hälfte aller Dialysepatienten werden im Eisenstädter Stadtspital medizinisch versorgt. Das Krankenhaus ist ein Kompetenzzentrum für Gefäßchirurgie und führt das Brustgesundheitszentrum für den Norden des Burgenlandes. Im Radiologischen Institut steht seit kurzem ein 64 Zeiler CT – ein Computertomograph der neuesten Generation für eine neue Qualität der Bildgebung. Es ist der einzige in einem Krankenhaus im Burgenland.
Das Land: Seit 30 Jahren ein starker Partner – Krankenhaus wird ausgebaut
2010 ist auch das Jahr eines weiteren Jubiläums: 30 Jahre Partnerschaft zwischen den „Brüdern“ und dem Land Burgenland. Seit 1980 besteht diese erfolgreiche Zusammenarbeit – damals wurde der erste Kooperationsvertrag abgeschlossen, um eine bestmögliche, abgesicherte Gesundheitsversorgung für das Land zu gewährleisten. 2010 erfolgte der Startschuss für einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Hauses: Die Burgenländische Landesregierung hat den Barmherzigen Brüdern für die Sanierung und den Teilneubau des Eisenstädter Krankenhauses 30 Millionen Euro zugesichert – ausgebaut werden unter anderem die Unfallambulanz, weiters soll eine neurologische Abteilung entstehen. Damit wird das Haus in Zukunft das größte Krankenhaus des Burgenlandes werden. Die Bettenzahl wird sich von derzeit rund 380 auf 524 (inkl. Tagesklinischer Bereich) steigern.
Gestern – heute – morgen
Hinter den „Brüdern“ in Eisenstadt liegt eine bewegte und herausfordernde Vergangenheit – vor dem Krankenhaus und dem Konvent liegt eine spannende Zukunft. Im Rahmen der Feierlichkeiten präsentierten der Konvent und das Krankenhaus beide Seite. Die Festgäste konnten sich davon ein gutes Bild machen.
