Tuesday 22. May 2012

Inhalt:

  

Um den älteren BewohnerInnen unseres Pflegezentrums im Sinne der ganzheitlichen Pflege eine möglichst auf die Bedürfnisse des/r Einzelnen abgestimmte Betreuung anbieten zu können, wird seit dem Jahre 2000 das Psychobiographische Pflegemodell von Prof. Erwin Böhm angewendet.

 

In insgesamt drei Grundkursen – die im Hause stattgefunden haben – erlernte das Pflegepersonal dieses Pflegemodell – wobei die Betreuung unseres Hauses anfangs durch Prof. Böhm persönlich stattgefunden hat.

 

Mittlerweile wird das Pflegemodell auf zwei durch den ENPP (Europäisches Netzwerk Psychobiographischer Pflegeforschung) mit dem „Psychobiographischen Pflegequalitätssignum“ ausgezeichneten Stationen erfolgreich umgesetzt.

 

„ Aufleben statt Aufheben“

 

Professor Erwin Böhm, Begründer der Psychobiographischen Pflegetheorie und des Psychobiographischen Pflegemodells, hat einen ganzheitlichen und äußerst praxisorientierten Ansatz für die Geriatrie, Gerontopsychiatrie und Psychogeriatrie geschaffen.

Sein Modell fördert ein vertieftes Pflegeverständnis durch die intensive Auseinandersetzung mit der Gefühlsbiographie des/r Betroffenen.

 

Grundzüge des Psychobiographischen Pflegemodells:

 

Auffällige Verhaltensweisen lassen sich laut Böhm nur im Lichte der individuellen (thymopsychischen) Biographie und der daraus ableitbaren „Prägung“ verstehen. Es ist also wichtig, die psychobiographische Normalität der Menschen zu kennen und wiederherzustellen.

 

Die Anwendung des Psychobiographischen Pflegemodells lässt grundsätzlich eine Reaktivierung, d.h. eine deutliche Verbesserung des psychischen Zustandes des dementen Menschen zu, indem sie die Demenz nicht als organisches, sondern als psychobiographische interpretierbares Problem sieht. Der demenzkranke Mensch bleibt in seinem Gefühl, also der Thymopsyche erreichbar. Durch, aus der individuellen und kollektiven Biographie abgeleitete Schlüsselreize kann die Lebensenergie wieder entfacht werden.

 

Resultat:

 

Eine systematische Anwendung des Psychobiographischen Pflegemodells führt mindestens zu folgenden Verbesserungen für unsere Bewohner und das Personal:

 

-         eine Reaktivierung bei Klienten im Destruktionstrieb und Rückzug

-         eine Symptomlinderung ohne Einsatz von Psychopharmaka

-         eine Erhöhung des Selbstwertgefühls beim alten Menschen

-         eine Verbesserung der Pflegequalität durch „seelische Pflege“

-         eine deutliche Erhöhung der Arbeitszufriedenheit

-         eine Senkung der Krankenstände

 

Quelle: http: // enpp.at (Stand 9.11.05)

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