Friday 10. February 2012

Inhalt:

Klinisches Institut für Spezial-Sehhilfen

Österreichweit einzigartiges Institut in Linz

Am Freitag, 18. Juni 2010 eröffnete das neu gegründete Institut für Spezial-Sehhilfen des Konventhospitals der Barmherzigen Brüder Linz. Spezialisten der Fachrichtungen Ophthalmologie, Orthoptik und Augenoptik arbeiten eng zusammen. Speziell ausgebildete Mitarbeiter informieren und beraten bezüglich alltagstauglichen und zweckmäßigen Spezial-Sehhilfen zur Rehabilitation von sehbeeinträchtigten und sehbehinderten Mitmenschen.

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) – eine Krankheit im Vormarsch

 

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), darunter versteht man eine Erkrankung der zentralen Netzhaut des Auges, die oft mit einem irreversiblen Verlust der zentralen Sehschärfe einhergeht, befindet sich im Vormarsch. Sie tritt meist im fortgeschrittenen Lebensalter auf und ist die häufigste Erblindungsursache bei über 65-Jährigen.

 

In Österreich und in den übrigen Industrieländern wird die Erkrankung in den nächsten Jahren stark zunehmen. So wird sich die Zahl der Patienten verdreifachen, was auf die demografische Entwicklung der Bevölkerung und eine steigende Lebenserwartung zurück zu führen ist. Die AMD hat eine massive und permanente Beeinträchtigung der Sehleistung zur Folge.

 

Es treten vor allem Schwierigkeiten beim Lesen auf, einzelne Buchstaben „fallen aus“, gerade Linien erscheinen geknickt oder verzerrt. Die Betroffenen können teilweise ganze Wörter nicht mehr lesen. Zudem können größere „gelbe Flecken“ auftreten. In schweren Fällen ist Lesen im Spätstadium ohne Vergrößerungsglas unmöglich, beim Anschauen einer Person „fehlt das Gesicht“.

 

In der Regel entsteht aber keine vollständige Erblindung, der Erkrankte kann sich in gewohnter Umgebung zurechtfinden. Oft ist aber Hausarbeit wie kochen, nähen und selbst einfache Schreibarbeiten nur mehr mit fremder Hilfe möglich.

 

 

Behandlung


Es gibt zwei Formen der Makuladegeneration - die trockene und die feuchte Form. Bei der trockenen steht eine Rückbildung der Netzhaut im Vordergrund (Atrophie) – bei dieser Erkrankung gibt es keine Therapiemöglichkeit. Im Vordergrund stehen präventive Maßnahmen, wie etwa das Unterlassen des Rauchens und - im Falle eines Bluthochdrucks - das möglichst präzise Einstellen des Blutdruckes. Körperliche Bewegung und Reduktion des Übergewichts können eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs bewirken. Auch die Ernährung spielt beim Verlauf der Krankheit eine wichtige Rolle.

 

Bei der feuchten Form kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung und zu einem Gefäßwachstum unter der Netzhaut und dadurch zu einer Schwellung. Die betroffenen Patienten bemerken als erstes Anzeichen Schwierigkeiten beim lesen. Sie sehen einen grauen, zentralen Schatten, der immer dort ist, wo sie gerade hinblicken. Sie bemerken Verzerrungen gerader Linien.

 

Im Falle der feuchten AMD beruht die wirksamste Therapie heute auf der Verabreichung von Substanzen, die direkt in den Augapfel gegeben werden und die die Bildung von Blutgefäßen hemmen („Anti-VEGF Blocker“). So ist es möglich, in einem Großteil der Patienten den Krankheitsverlauf zu verlangsamen oder sogar für eine gewisse Zeit zu stoppen. In einem kleinen Prozentsatz kann es sogar zu einer deutlichen Sehverbesserung kommen.

 

Oft ist aber trotz Therapie eine befriedigende Wiederherstellung der Sehschärfte nicht möglich. Deshalb benötigen Patienten Spezial-Sehhilfen, die auf ihre Lebensumstände angepasst sind.

 

 

Neues klinisches Institut für Spezial-Sehhilfen


Österreichweit einzigartig in dieser Form hat das Konventhospital der Barmherzigen Brüder Linz ein klinisches Institut für Spezial-Sehhilfen gegründet, in dem künftig Spezialisten – AugenärztInnen – OrthoptistInnen – Spezialisierte AugenoptikerInnen (anerkannte Fachberater für Sehbehinderte) zusammen arbeiten werden. Damit wurde ein unabhängiges Beratungszentrum ins Leben gerufen.

 

„Mit dem klinischen Institut für Spezial-Sehhilfen wird eine Institution geschaffen, wo sich Patienten von Speziallisten der Fachrichtungen Ophthalmologie, Orthoptik und Augenoptik beraten lassen können. Nach einer Erstellung eines Versorgungsplans, kann sich der Patient an den Optiker seines Vertrauens für die Anpassung und Abgabe des Hilfsmittels wenden“, erklärt Alois Buchsbaum, der fachliche Leiter des klinischen Instituts. Natürlich besteht auch die Möglichkeit die Versorgung durch die im Haus befindlichen Augenoptik durchführen zu lassen.

 

Alois Buchsbaum: „Mit einer alltagstauglichen und zweckmäßigen Versorgung bleiben sehbeeinträchtigte Mitmenschen länger eigenständig. Das erhöht einerseits die Lebensqualität der betroffenen Personen, andererseits werden durch die Erhaltung der Eigenständigkeit die Kosten des Gesundheitssystems geschont.“

 

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Beratung von sehbeeinträchtigten, berufstätigen Personen. Mit neuen Hilfsmitteln, die speziell für den Berufsalltag abgestimmt sind, wird der Arbeitsalltag erleichtert bzw. erst wieder möglich. Dadurch sollen sich Betroffene wieder im Freien orientieren können, Fahrpläne und das Ablaufdatum auf Lebensmitteln lesen können.

 

Optische Spezial-Sehhilfen wie z.B. Handlupen, Lupenbrillen, Fernrohrbrillen und Fernrohrlupenbrillen stehen zur Verfügung. Ebenso können elektronische Sehhilfen wie Handlupen, mobile Lesegeräte, stationäres Lesegerät, spezielle Tafellesegeräte für Schulkinder, Vergrößerungs- Softwares für PC, Schrifterkennungsprogramm mit Vorlesefunktion Abhilfe schaffen.

© 2011 Barmherzige Brüder Österreich
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